Lehre, statt es ihnen abzunehmen: die Kultur der Eigenständigkeit

Eine gute Führungskraft ist kein Held, sondern ein Mentor. Wenn du alles für das neue Mitglied löst, baust du Abhängigkeit auf; wenn du lehrst, ziehst du Führungskräfte heran.

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Lehre, statt es ihnen abzunehmen: die Kultur der Eigenständigkeit — Onboarding und Duplikation | Network Marketing Magazin

Eine der verführerischsten Fallen, in die eine begeisterte Führungskraft tappen kann, besteht darin, alles anstelle ihrer Teammitglieder zu erledigen. Sie schreibt die Nachrichten für sie, führt die Gespräche für sie, hält die Präsentationen für sie. Kurzfristig kann das schnellere Ergebnisse bringen, langfristig aber baut sie eine Organisation, die ohne eine einzige Person zusammenbricht. Die nachhaltige Führung ist das Gegenteil davon: du lehrst, damit das Mitglied eigenständig zurechtkommt.

Der versteckte Preis von „Ich mache es für sie“

Wenn du die Arbeit anstelle des Mitglieds erledigst, nimmst du ihm damit das Lernen. Es erlebt nie, dass es selbst dazu in der Lage ist, und so wächst auch sein Selbstvertrauen nicht. Außerdem wird alles, was du löst, für die nächste Stufe nicht kopierbar: Das Mitglied kann nicht weitergeben, was es selbst nie getan hat.

Damit baust du auch eine unsichtbare Decke in deine eigene Organisation ein: Du kannst genau so viele Mitglieder unterstützen, wie deine eigene Zeit verträgt. Das Modell „Ich mache es für sie“ skaliert nicht, weil du selbst der Engpass bist.

[Akadémia illusztráció] Onboarding és duplikáció — Tanítsd, ne csináld helyette — a függetlenség kultúrája
Tanítsd, ne csináld helyette — a függetlenség kultúrája

Lehren als Grundhaltung der Führung

Die lehrende Führungskraft gibt nicht die Antwort, sondern den Prozess. Sie zeigt es einmal, macht es beim zweiten Mal neben dem Mitglied, und lässt das Mitglied es beim dritten Mal allein durchführen, mit Rückmeldung, aber ohne Eingreifen. Diese schrittweise Übergabe ist das Rückgrat der Kultur der Eigenständigkeit.

  • Zeig es: Erledige die Aufgabe so, dass das Mitglied zusieht und fragen kann.
  • Mach es mit ihm: Das Mitglied führt, du bist nur dabei und korrigierst behutsam.
  • Lass es allein: Das Mitglied führt es eigenständig durch, du gibst im Nachhinein Rückmeldung.
  • Lass es weitergeben: Das Mitglied bringt dasselbe schon einem anderen neuen Mitglied bei.
  • Zieh dich zurück: Gib bewusst Raum, damit das Mitglied seine eigenen Entscheidungen trifft.

Die Frage, die Führungskräfte heranbildet

Wenn ein Mitglied mit einem Problem zu dir kommt, ist die fertige Lösung das Schnellste. Am nützlichsten aber ist eine gut getimte Frage: „Wie würdest du das angehen?“ Dieses kurze Unbehagen formt langfristig einen eigenständigen Denker. Das Ziel ist, dass das Mitglied immer seltener auf dich angewiesen ist, und erlebe das nicht als Misserfolg, sondern als Erfolg deiner Arbeit.

Die Kultur der Eigenständigkeit wird dort Wirklichkeit, wo sich die Mitglieder deines Teams schon gegenseitig unterstützen, ohne dich. Das bedeutet nicht, dass du überflüssig wirst; es bedeutet, dass sich deine Rolle vom täglichen Krisenmanagement zum Hüten der Kultur und der Richtung erhebt.

Der Erfolg einer Führungskraft misst sich nicht daran, wie viele Probleme sie persönlich löst, sondern daran, wie viele Menschen sie befähigt hat, ihre eigenen zu lösen.

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