Was tust du mit denen, die immer begeistert, aber selten konsequent sind?

In jedem Network-Marketing-Team gibt es Menschen, die immer wieder mit großer Begeisterung loslegen. Nach einer Veranstaltung spüren sie Feuer, nach einem Training legen sie ein Versprechen…

·4 Min. Lesezeit
Teilen:
Was tust du mit denen, die immer begeistert, aber selten konsequent sind? — Führungsspiegel | Network Marketing Magazine

In jedem Network-Marketing-Team gibt es Menschen, die immer wieder mit großer Begeisterung loslegen. Nach einer Veranstaltung spüren sie Feuer, nach einem Training legen sie ein Versprechen ab, nach einem guten Gespräch sehen sie den Durchbruch schon vor sich. Die Führungskraft freut sich in solchen Momenten, denn die Energie ist echt. Die Schwierigkeit beginnt dort, wo der Schwung nach ein paar Tagen verschwindet, die Vorhaben ausbleiben und aus der Begeisterung keine konsequente Arbeit wird.

Blick hinter die Begeisterung

Solche Menschen sind leicht zu etikettieren: unseriös, Stimmungsmenschen, nicht diszipliniert genug. Manchmal ist da etwas dran, aber als Führungskraft lohnt es sich, tiefer zu blicken. Die wiederkehrende Begeisterung zeigt, dass in ihnen Sehnsucht, Vorstellungskraft und eine Verbindung zur Möglichkeit vorhanden sind. Das Defizit liegt nicht unbedingt in der Absicht, sondern im Rhythmus, in der Selbststeuerung oder darin, dass sie das große Gefühl nicht in kleine tägliche Schritte übersetzen können.

Die Aufgabe der Führungskraft ist nicht, jede Begeisterung sofort in große Ziele umzumünzen. Oft hilft gerade, wenn sie kleinere, konkretere Vorhaben einfordert. Die Frage ist nicht, was du in drei Monaten erreichen wirst, sondern: Wem schreibst du heute? Nicht, mit wie vielen Menschen du arbeiten willst, sondern: Welche zwei Gespräche führst du diese Woche zu Ende? Die Inkonsequenz nimmt oft dort ab, wo das Ziel keine vage Sehnsucht ist, sondern eine genaue tägliche Bewegung.

[Iránytű illusztráció] Csapat közös munkában
Csapat közös munkában

Begeisterung oder Entscheidung?

Wichtig ist, zwischen Begeisterung und Entscheidung zu unterscheiden. Begeisterung ist ein emotionaler Zustand. Eine Entscheidung zeigt sich dann, wenn der Mensch den nächsten Schritt auch dann tut, wenn das anfängliche Feuer nicht mehr in ihm brennt.

Behandelt die Führungskraft jeden neuen Schwung als echte Entscheidung, wird sie immer wieder enttäuscht sein. Besser ist es zu beobachten: Was tut dieser Mensch an den stillen Tagen nach dem Schwung?

Mit solchen Teammitgliedern reicht es nicht, Motivationsgespräche zu führen. Sie lassen sich ohnehin meist leicht motivieren. Was sie brauchen, ist ein rhythmushaltendes System, kurze Rückmeldung und klare Verantwortung. Keine langen anfeuernden Botschaften, sondern Fragen, die sie zurück in die echte Arbeit holen:

  • Was war dein Vorhaben,
  • was ist daraus geworden,
  • wo bist du stecken geblieben,
  • was hast du gelernt,
  • und was ist der nächste konkrete Schritt?

Unterstützende und klare Führung

Die Führungskraft muss darauf achten, Worte nicht zu sehr zu belohnen. Wenn jemand immer große Pläne verkündet, aber selten liefert, und trotzdem genauso viel Aufmerksamkeit bekommt wie derjenige, der still konsequent ist, kann sich die Kultur im Team verzerren. Energie ist wichtig, aber das verlässliche Handeln muss einen größeren Wert erhalten. Nicht als Strafe, sondern weil das Network Marketing langfristig nicht von Stimmungen, sondern von wiederholten Handlungen aufgebaut wird.

Zugleich ist es auch nicht gut, wenn die Führungskraft sie ungeduldig abschreibt. Aus vielen solchen Menschen kann ein stabileres Teammitglied werden, wenn sie lernen, mit ihren eigenen Schwankungen umzugehen. Dafür reicht aber nicht noch mehr Inspiration. Es braucht einen ehrlichen Spiegel: Ich mag deine Begeisterung, aber lass uns jetzt anschauen, wie daraus ein verlässliches Handeln wird. Dieser Satz ist keine Kränkung, sondern eine Einladung zum Erwachsensein.

Die beste Führungshaltung ist zugleich unterstützend und klar. Sie erkennt die Begeisterung an, verwechselt sie aber nicht mit Ergebnis. Sie gibt Halt, übernimmt aber nicht die Disziplin. Sie startet neu, wenn eine echte Absicht da ist, lässt aber nicht zu, dass die Energie des Teams ständig in das Füttern derselben Neuanfänge fließt. Inkonsequenz ist kein Schicksal, aber sie ändert sich nur dann, wenn die Führungskraft nicht Begeisterung einfordert, sondern Handeln aufbaut.

Kurze Zyklen, echte Verantwortung

Es lohnt sich, mit ihnen in messbaren, kurzen Zyklen zu arbeiten. Kein großes Versprechen über sechs Monate einfordern, sondern ein Vorhaben über drei Tage, eine Woche oder zwei Wochen. Dann zeigt sich schnell, ob hinter der Begeisterung eine echte Entscheidung steht. Der kurze Zyklus verkleinert das Ziel nicht, sondern rückt die Verantwortung näher. Wer das versteht, bei dem kann aus dem Schwung nach und nach eine Gewohnheit werden.

Die Führungskraft muss dabei auch ihre eigene Energie schützen. Nicht jede neue Begeisterung muss mit derselben Intensität unterstützt werden, wenn zuvor oft keine Handlung folgte. Die liebevolle Führung bedeutet nicht, dass wir ewig an derselben Stelle wieder von vorn beginnen. Wer sich wirklich entwickeln will, muss früher oder später lernen: Das Team kann nicht auf seine momentane Stimmung bauen, sondern auf sein vertretbares Handeln.

Das Network Marketing wird langfristig nicht von Stimmungen, sondern von wiederholten Handlungen aufgebaut.

Kostenloses E-Book · 33 Seiten

25 Tipps, die du gern schon früher gewusst hättest

Mindset, Rekrutierung, Social Selling, Follow-up, Führung — fünf Kapitel, 25 praktische Grundprinzipien. Zum Beispiel: „Jag niemandem hinterher, der nicht antwortet”, „Frag nach, bevor du einen Einwand behandelst”. Melde dich an, und im ersten Brief bekommst du das komplette E-Book.

Kostenlos, sofort herunterladbar. Danach zwei Briefe pro Woche, Abmeldung mit einem Klick.

Du kannst dich jederzeit abmelden. Wir senden keinen Spam.