Die Behörde nimmt jetzt die Networker ins Visier: Verfahren wegen Einkommensversprechen eingeleitet
Die FTC hat nicht gegen die Unternehmen, sondern gegen hochrangige Networker ein Verfahren wegen unbegründeter Verdienstversprechen eingeleitet. Laut den eigenen Einkommensangaben der betroffenen Unternehmen erhielt die Mehrheit der aktiven Teilnehmer keinerlei Provision.

Wende: Die persönliche Verantwortung rückt in den Fokus
Die US-amerikanische Verbraucherschutzbehörde hat im Frühjahr 2026 Verfahren eingeleitet, die nicht die MLM-Unternehmen, sondern hochrangige Networker ins Visier nehmen. Laut der FTC rekrutierte Stormy Wellington, zunächst auf Führungsebene im Netzwerk von Total Life Changes (TLC), später bei Farmasi, neue Einsteiger mit falschen oder unbegründeten Verdienstversprechen.
Die Behörde stützte ihre Argumentation auf die eigenen öffentlichen Daten der Unternehmen. Laut der Einkommensangabe von TLC erhielten 2023 76,8 Prozent der aktiven Teilnehmer überhaupt keine Provision, und bei Farmasi erreichte weniger als 1 Prozent der aktiven Teilnehmer ein solches sechsstelliges Einkommen, wie es die Versprechen nahelegten.
Kein Einzelfall
Die FTC hat ein ähnliches Verfahren auch gegen Steven und Gina Merritt eingeleitet, die auf Führungsebene am Unternehmen LifeWave beteiligt sind, das Gesundheits- und Wellnessprodukte vertreibt. Dem Vorwurf zufolge haben auch sie die Verbraucher darüber getäuscht, wie viel Geld sich mit dem Verkauf der Produkte und der Rekrutierung neuer Teilnehmer verdienen lässt.
Die praktische Botschaft
Die Richtung der Verfahren ist klar: Die Verantwortung endet nicht mehr bei der Unternehmenskommunikation. Ein Networker, der auf seinen eigenen Social-Media-Kanälen ein Verdienstversprechen abgibt, kann auch eigenständig zur Verantwortung gezogen werden, unabhängig davon, was das offizielle Material des Unternehmens enthält. Für jede Organisation bedeutet das: Die Vorbereitung der Führungskräfte auf die Regeln der Einkommenskommunikation ist keine optionale Compliance-Aufgabe, sondern grundlegendes Risikomanagement.